Engadin Tag 1 4

 1. Wandertag, 14.09.2015

Vna – Hängebrücken – Zuort – Griosch – Vna

Die Wettervorhersage hat leider recht. Es regnet aus einem trüben Himmel.
Trotzdem – die ausgewählte Tour ab Vna sollte auch bei feuchtem Wetter gut zu gehen sein. So starten wir bewaffnet mit Schirmen und Regenjacken. Es regnet nur leicht, ab und zu lockert die Wolkendecke auf und beschert uns herrliche Stimmungen. Der abwechslungsreiche Pfad zieht sich quer zum Hang hinab zum Kurhaus Sinestra. Wir erreichen den rauschenden Bergbach La Brancla, den wir wenig später zweimal auf wackeligen und schwankenden Hängebrücken überqueren.
Nach knapp zwei Stunden erreichen wir den abgelegenen, heimeligen Hof Zuort. In der altertümlichen, gemütlichen Gaststube wärmen wir uns bei einem Glas Tee auf.

Neben den Hof hat sich der holländische Dirigent Willem Mengelberg vor knapp 90 Jahren  ein exquisites
Urlaubschalet mit Kapelle gebaut. Ein Blick auf die kunstvollen Schnitzereien lohnt. Der Himmel reißt auf und schenkt uns sogar einige Sonnenstrahlen. Die Nebelschwaden verdunsten und geben den Blick auf die Erdpyramiden von Pra San Peder frei. Über die Alpsiedlung Griosch wandern wir auf einem bequemen Fahrweg zurück nach Vna. (Wandern Engadin)

 


2. Wandertag, 15.09.2015Engadin Tag 2 2

Munt la Schera (2587 m) im Schweizer Nationalpark

Von unserem Hotel Schweizerhof fahren wir über Zernez hoch in Richtung Ofenpass und parken zwei Autos bei Il Fuorn, damit wir uns am Schluss der Wanderung die Strecke entlang der Straße ersparen können. Wir starten unsere Tour kurz vor der Passhöhe bei Buffalora. Die weite, offene und von etlichen 3000ern umrahmte Landschaft begeistert. Sonnenschein mit strahlend blauem Himmel und rasch ziehende Wolken wechseln einander ab. Leider frischt ein eiskalter Wind auf, so dass wir kurz vor dem Gipfel im Schutz eines Felsens alle warmen Sachen anziehen, die wir im Rucksack finden. Schnell zum windgepeitschten Gipfel hinauf, einige Schnappschüsse gemacht und dann möglichst schnell wieder absteigen! Sogar den Gipfelschnaps verschieben wir, bis wir auf der Alp la Schera im
Windschatten und in der Sonne sitzend die Gipfelrast nachholen. Unter uns spiegelt sich der Livigno-Stausee, tief eingegraben wie ein norwegischer Fjord. (Wandern Engadin)

Im Südwesten leuchten die Schneeberge der Bernina und der Ortlergruppe zwischen den Wolken durch – herrlich. Ein schöner Waldpfad führt uns in knapp einer Stunde zum Parkplatz am Gasthaus Il Fuorn, dem Endpunkt unserer schönen Tour. (Wandern Engadin)

 


3. Wandertag,16.09.2015Engatin Tag 3 4

Alpwanderung: Alp Valmala und Alp Laret

Wir parken unsere Autos zwischen Ardez und Ftan. Ziel ist das wunderschöne und einsame Val Tasna. Das wilde Gurgeln der Tasna begleitet uns bei unserem Aufstieg zur Alp Valmala. Die Kühe, Schafe und Ziegen drängen sich auf den Wiesen und warten auf den Abtrieb von der Alp; einmal müssen wir sogar einen kleinen Umweg machen, da uns fünf Bullen den Weg versperren. Ab der Alp Val Mala steigt der Pfad ca. 20 Minuten steil an. Dann folgt der schönste Teil des Weges: Fast eben zieht sich der Höhenweg mit tollen Aussichten auf die Berge des Nationalparks zur Alp Laret. Leider sind die Plätze im kleinen Gastraum schon besetzt, auf der zugigen Terrasse mundet trotzdem der leckere Kaiserschmarren. Für zünftige Unterhaltung sorgt der Sohn des Wirts, virtuos spielt er auf seiner Quetschkommode für uns einige Alpenklassiker. Schade, schade, dass es nicht wärmer ist…
Der Abstieg führt uns durch einen lichten Lärchenwald in Richtung Ftan und zum Parkplatz.
(Wandern Engadin)

 


Engatin Tag 4 44. Wandertag, 17.09.2015

Scuol-Sot – Clemgia Schlucht – Lai Nair (Schwarzsee) – Schloss Tarasp

Gleich am Robinson Club „Schweizerhof“ führt uns ein steiler Steig in die Schlucht, die der grüne Inn gegraben hat. Flussabwärts erreichen wir über eine Brücke Scuol und das Unterdorf Scuol-Sot mit vielen traditionellen Engadiner Häusern. Am Dorfbrunnen probieren wir eine der vielen Heilquellen. Es ist eine Eisensäuerlingquelle, geschmacklich sehr grenzwertig… Wieder überqueren wir den Inn – dieses Mal auf einer historischen Holzbrücke – und steigen in die Clemgia-Schlucht ein. Über viele Brücken muss man geh´n – denn der aufwendig angelegte Wanderweg wechselt
ständig die Bachseiten. Tief hat sich die Clemgia in das Tal geschnitten, Baumstämme liegen kreuz und quer in der Schlucht und auch einiges an Geröll – Spuren des schweren Unwetters Ende Juli. Wir verlassen die Schlucht und folgen dem Steig zum kleinen Weiler Avrona und weiter über einen steilen Wurzelweg hoch zum Sumpfgebiet des Lai Nair. Ein Geruch von Grillbratwürsten liegt in der Luft. Kein Wunder, denn das sehr motivierte Team des Robinson Clubs hat das Mittagessen an den Schwarzsee verlegt! Nach der Stärkung spazieren wir auf einem langen Holzsteg durch das moorige Terrain und genießen traumhafte Landschaftsbilder. Die meisten von uns lassen sich beim Abstieg zum Hotel eine Führung durch die sehenswerte Burg Tarasp nicht entgehen. (Wandern Engadin)

 

 


 

5. Wandertag, 18.09.2015 Engatin Tag 5 5

Guarda – Lai Blau 2613 m – Alm Suot – Guarda

Guarda gilt als schönster Ort des Engadins. Der Bündner Heimatschutz hat in einem großen Programm von 1939 bis 1945 insgesamt30 Häuser im Dorfzenturm vorbildlich renoviert. Zahlreiche kunstvolle Sgraffiti und Inschriften in rätoromanischer Sprache schmücken die mächtigen Bauernhäuser. Wir wandern auf dem Fahrweg zur Alm Suot, immer den mächtigen Piz Buin im Talschluss im Blick. Kurz nach der Alm verlassen wir den Talgrund und steigen über ein wunderschönes
Almgelände stärker an. Unser Weg geht in einen schmalen Pfad über und wenig später erreichen wir den einsamen See Lai Blau. Die Gipfel des kleinen und großen Piz Buin spiegeln sich fotogen im See. Nach einer ausgedehnten Rast verlassen wir die Idylle und steigen über die Alm Sura auf einem verwunschenen Steig durch einen märchenhaften Lärchenwald nach Guarda ab. (Wandern Engadin)


 

Engatin Tag 6 26. Wandertag, 19.09.2015

S-charl – Tamangur – Alp Astra – S-charl

Schon die Anfahrt entlang der Clemgia Schlucht ist die Reise wert. Zwischen den zwei Dreitausendern Piz Lischana und Piz Minger zwängen sich Bach und Strasse durch. Das Sommerunwetter hat große Schäden hinterlassen. Wir queren einige riesige Murenabgänge und einen Bach mit Hilfe einer Behelfsbrücke. Das Highlight des heutigen Tages ist der höchstgelegene Arvenwald Europas, der urwaldartige God da Tamangur. Der Name ist nicht aus Herr der Ringe entliehen, sondern bedeutet im Rätoromanischen „der Wald da hinten“. Das von eiszeitlichen Gletschern geformte U-Tal bezaubert mit seiner Moorlandschaft und weiten Blicken. Am Talboden mäandriert die Clemgia. Linksseitig vom Bach nutzen wir ein kleines Pfädchen für den Rückweg. Auf der Terrasse des Gasthofs „Crusch Alba“ in S-charl lassen wir die Tour ausklingen. (Wandern Engadin)

Nachdem uns die Hotelküche noch einmal mit einem unglaublich reichhaltigen Abendbuffet verwöhnt hat, bedankt sich die Reisegruppe bei Schorsch Schreiner für eine wunderschöne, abwechslungsreiche und eindrucksvolle Bergwanderwoche: (Wandern Engadin)

 

Engatin Tag 6 1

„Schorsch – jetzt sin mer dorsch“ … den Wanderurlaub im Unterengadin

Erwartungsvoll wir ins Engadin her fuhren:

Wie werden wohl die vom Schorsch geführten Touren?
Morgens blickten wir zum Himmel meist mit Bangen,
war er doch mit dunklen Wolken jeden Tag verhangen!
Doch das Wetter den Touren anzupassen ist bestens dir gelungen:
Bis auf die erste verliefen trocken alle Wanderungen.
Du analysiertest richtig die vorhergesagten Wetterwerte,
bist also nicht nur beim Wandern, auch beim Wetterdeuten ein Experte!
Inmitten gewaltiger, oft unberührter Natur
war jeder Tag ein Bergerlebnis pur.
Da lohnte sich das Schnaufen, das mühevolle Steigen
hinauf zu der Berge Gipfelreigen:
Die Pfade oft atemraubend, steil
führten uns zu Panoramen – fantastisch, herrlich, super ….
Welche Tour wohl die schönste war?
Wir wissen’s nicht, es war jede wunderbar!
Die Wanderwoche verdient das höchste Prädikat,
das ein Bergfreund zu vergeben hat!
Für all das braucht es einen Meister-Wanderboss:
Schorsch, mit dir zogen wir das große Los.
Ein Lob deiner heit’ren, gelassenen Reiseleiter-Wesensart,
die meist mit oft – frechem – Humor gepaart
hielt bei Laune deine Wand’rer-Meute
bei Problemen oder wenn jemand mal sich nicht recht freute.
Als Anerkennung wollen wir ein Kuvert dir schenken;
mit seinem Inhalt sollst du, so wir denken,
mit der Gattin, der lang entbehrten, kulinarischen Genüssen frönen
in einem Restaurant nach deiner Wahl und einem besonders schönen!
Gönn‘ dir ein paar außergewöhnliche Stunden,
das wünschen dir deine
rundum zufriedenen, beglückten Bergwanderkunden.

(Wandern Engadin)

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